Reifenwahl leicht gemacht: Größen, Bauarten & Kennzeichnungen
Fahrzeugbau

Reifen richtig auswählen und einsetzen


Reifen sind ein wichtiges Bindeglied zwischen Fahrzeug und Boden. Für die vielfältigen Aufgaben im Gartenbau, in der Landtechnik und in der Forstwirtschaft gibt es je nach Anwendungszweck unterschiedliche Anforderungen an Bauarten, Profilarten und Zusammensetzungen von Reifen. Die Auswahl der am besten geeigneten Reifen muss dabei jeweils an den Haupteinsatzzweck der jeweiligen Maschine angepasst werden. Die Seitenwand eines Reifens gibt Aufschluss zur richtigen Größe, aber auch zu anderen interessanten Informationen, die in Form von Abkürzungen und Zahlen ersichtlich sind. 

Dieser Beitrag gibt einen verständlichen Überblick über die wichtigsten Grundlagen und zeigt, wie sich Reifen anhand ihrer Kennzeichnung und technischen Merkmale richtig einordnen lassen. 

Reifenbauarten

Reifen werden aufgrund ihrer Bauweise grundsätzlich in Diagonalreifen und Radialreifen unterteilt. Die unterschiedliche Anordnung der Gewebelagen beeinflusst unter anderem die Flexibilität, Aufstandsfläche, Zugkraft und Stabilität des Reifens.

Beide Bauweisen im Vergleich

Merkmal Diagonalreifen Radialreifen
Aufbau Sich kreuzende Gewebelagen Karkasse und Gürtel
Seitenwand Stabiler und steifer

Flexibler, aber anfälliger für Beschädigungen
durch spitze Fremdkörper

Aufstandsfläche Kleiner Größer
Reifenfülldruck Vergleichsweise höherer Druck notwendig Geringerer Druck möglich, dadurch weniger
Bodenverdichtung
Rollwiderstand Höher Geringer
Anschaffungskosten Geringer Höher
Typische Einsatzbereiche Hanglagen, Forst, Innenwirtschaft Vielseitiger Standardeinsatz

Reifenmodelle unterscheiden

Neben der Unterscheidung zwischen Radial- und Diagonalreifen können noch weitere Spezialisierungen durch Kürzel am Reifen vermerkt sein: 

IF = Improved Flexion
Standardisierte Reifenkategorie, die bei gleicher Last mit einem bis zu 20 % niedrigeren Druck gefahren werden kann.

VF = Very High Flexion
Standardisierte Reifenkategorie, die bei gleicher Last mit einem bis zu 40 % niedrigeren Druck gefahren werden kann. Werden auch als "Niederdruckreifen" bezeichnet. 

PFO = Pressure Field Operation
Bietet bei IF-/VF-Traktorreifen zusätzliche Tragfähigkeit bei reduzierter Geschwindigkeit, ändert aber nicht die ursprünglichen LI-/SI-Angaben. 

CFO = Cyclic Field Operation
Bietet mehr Traglast bei kurzen, wiederkehrenden Feldeinsätzen auf
kurzen Distanzen (ca. 1,5 km). 

TL = Tubeless 
Schlauchlose Reifen 

 


 

IMP = Implement
Zusätzliche Kennzeichnung auf Reifen, die hauptsächlich für den Einsatz bei landwirtschaftlichen Arbeitsgeräten oder Anhängern bestimmt sind. 

IND = Industrial
Zusätzliche Kennzeichnung auf Reifen, die hauptsächlich für den Einsatz im Baugewerbe bestimmt sind. 

CAI = Code Article International
Internationaler Artikelcode, der das Produkt mit einem eindeutigen 6-stelligen Code kennzeichnet. 

SRI = Speed Radius Index
Wert zur Berechnung der theoretischen Traktorgeschwindigkeit bei der Zulassung in der EU. Gibt auch Rückschluss auf die Austauschbarkeit verschiedener Reifengrößen untereinander. 

Reifengröße richtig lesen

Die Reifengröße gehört zu den wichtigsten Angaben auf der Reifenflanke. Sie gibt unter anderem Auskunft über die Reifenbreite, die Seitenwandhöhe und den Felgendurchmesser.

Die Größenbezeichnung setzt sich aus folgenden Angaben zusammen:

  • Reifenbreite: Die Reifenbreite wird in Millimetern oder Zoll angegeben. Dabei handelt es sich um die Gesamtbreite des Reifens und nicht um die tatsächliche Breite der Aufstandsfläche.
  • Querschnittsverhältnis: Die Seitenwandhöhe wird als Prozentwert der Reifenbreite angegeben. Je kleiner dieser Wert ist, desto niedriger ist die Seitenwand im Verhältnis zur Reifenbreite.
  • Reifenbauart: Auch die Bauweise lässt sich an der Reifenbezeichnung erkennen. Ein „R“ kennzeichnet einen Radialreifen. Bei einem Diagonalreifen steht an dieser Stelle ein Bindestrich „-“, ein "B" oder ein "D".
  • Felgendurchmesser: Die letzte Größenangabe bezeichnet den Innendurchmesser des Reifens beziehungsweise den Felgendurchmesser und wird in Zoll angegeben.

 

Reifenkennzeichnung nach dem alten System: 

  • Auch das alte Kennzeichnungs-System besteht aus der Abfolge von Reifenbreite in Zoll, Reifenbauart und Felgendurchmesser in Zoll.
  • Die Reifenbauart kann mit "R" für Radialreifen oder mit "-" bzw. "X" für Diagonalreifen gekennzeichnet sein, z. B. 12.4 - 28. 
  • Steht nach der Reifenbreite in Zoll ein Schrägstrich und eine Ziffer, kann es sich hierbei entweder um das Querschnittsverhältnis in Prozent oder um die Felgenbreite in Zoll handeln. 
  • Ist keine Kennziffer zum Querschnittsverhältnis ersichtlich, kann mit einem Standard-Wert von 0,82 die Höhe der Seitenwand errechnet werden 
    (Reifenbreite x 0,82).

Load Index und Speed Index

Die Tragfähigkeit eines Reifens ist eng mit der zulässigen Fahrgeschwindigkeit und dem Reifenfülldruck verbunden. Deshalb werden diese Eigenschaften durch den Load Index (LI) und den Speed Index (SI) auf der Reifenflanke angegeben.

Der Load Index (LI) gibt die maximale Tragfähigkeit des Reifens unter festgelegten Bedingungen an. Jedem Indexwert ist dabei eine bestimmte maximale Belastung in Kilogramm zugeordnet.

Der angegebene Tragfähigkeitswert gilt jedoch nur in Verbindung mit der durch den Speed Index (SI) festgelegten Geschwindigkeit sowie dem dafür vorgesehenen maximalen Reifeninnendruck.

Der Speed Index (SI) gibt an, bis zu welcher Geschwindigkeit der Reifen unter den festgelegten Bedingungen eingesetzt werden darf.

Welche zusätzlichen Tragfähigkeiten unter diesen Bedingungen zulässig sind, ist vom jeweiligen Reifen und Hersteller abhängig.

Die Tabellen zu den "Lastindizes und zugeordnete Tragfähigkeiten" und "Geschwindigkeitsindizes und zugeordnete Geschwindigkeiten" finden Sie im PRILLINGER-Webshop.

Was bedeutet PLY Rating (PR)?

Das PLY Rating (PR) ist eine Kennzahl für die Tragfähigkeit und Robustheit eines Reifens. Ursprünglich gab die PR-Zahl die tatsächliche Anzahl der Gewebelagen in der Karkasse an. Ein Reifen mit 8 PR bestand beispielsweise aus acht Lagen Baumwollcord.

Durch den Einsatz moderner, widerstandsfähiger Materialien entspricht die PR-Zahl heute jedoch nicht mehr der tatsächlichen Anzahl der Lagen, sondern dient als Vergleichswert für die Belastbarkeit des Reifens. Grundsätzlich gilt: Je höher die PR-Zahl, desto höher die mögliche Tragfähigkeit und Widerstandsfähigkeit des Reifens.

Die PR-Kennzeichnung findet sich heute vor allem bei Reifen für Landmaschinen, Anhänger, Transporter, Baustellenfahrzeuge und Quads. Bei Pkw-Reifen wird stattdessen überwiegend der Lastindex (Load Index) verwendet.

Faustregel: Je höher die PR-Zahl, beispielsweise 8 PR oder 10 PR, desto höher ist in der Regel die Tragfähigkeit und Widerstandsfähigkeit des Reifens gegenüber Beschädigungen.

 

Gummireifen </br>4 Zoll bis 6 Zoll

Gummireifen
4 Zoll bis 6 Zoll
Anzeigen
Gummireifen </br>7 Zoll bis 10 Zoll

Gummireifen
7 Zoll bis 10 Zoll
Anzeigen
Gummireifen </br>12 Zoll bis 15 Zoll

Gummireifen
12 Zoll bis 15 Zoll
Anzeigen
Gummireifen </br>15.3 Zoll bis 20 Zoll

Gummireifen
15.3 Zoll bis 20 Zoll
Anzeigen
Radmontagegeräte

Radmontagegeräte
Anzeigen
Schläuche

Schläuche
Anzeigen
Zubehör

Zubehör
Anzeigen