Passende Bearbeitung für ertragreiche Böden
Die Landwirtschaft steht vor der Herausforderung, steigende Anforderungen an Bodenschutz, Wirtschaftlichkeit und Klimaanpassung miteinander in Einklang zu bringen. Eine ausgewogene Nährstoffversorgung des Bodens, eine durchdachte Fruchtfolge mit Zwischenfrüchten sowie die Art der Bodenbearbeitung bilden die Grundlage für einen erfolgreichen Ackerbau.
Dieser Beitrag gibt Einblicke in die pfluglose sowie in die klassische Bodenbearbeitung mit dem Pflug. Dabei werden die Vor- und Nachteile der jeweiligen Bearbeitungsweisen sowie deren Auswirkungen auf die Bodenökologie aufgezeigt.
Grundlagen der Bodenbearbeitung
Bei der Bodenbearbeitung kann man drei unterschiedliche Verfahren unterscheiden:
Grundbodenbearbeitung
- Bearbeitungstiefe: 10 – 40 cm
- Lockernde, mischende oder wendende Bearbeitung
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Als Vorbereitung zur Saatbeetbereitung und Aussaat
Saatbeetbereitung
- Bearbeitungstiefe: 2 – 10 cm
- Feine Krümmelung, Lockerung und Rückverfestigung des Saathorizonts
- Kurz vor oder in Kombination mit der Aussaat
Stoppelbearbeitung
- Bearbeitungstiefe: <15 cm
- Oberflächlich lockernd, mischend oder wendend
- Im Anschluss an die Ernte
Wird vollständig auf eine Bodenbearbeitung vor der Aussaat verzichtet spricht man von Direktsaat. Hierbei wird das Saatgut direkt in das abgeerntete Stoppelfeld ausgebracht und nur ein kleiner Saatschlitz wird für die Ablage des Korns in den Boden gezogen.
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Vergleich wendende und nicht-wendende Bodenbearbeitung
Wendende Bodenbearbeitung
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Arbeitsgerät: Pflug
Vorteile:
- Vollständige Einarbeitung von Ernterückständen
- Geringerer Unkrautdruck und "reiner Tisch" für nächste Aussaat
- Intensive Durchmischung und Belüftung des Bodens
(Mineralisierung wird angeregt, Nährstoffe sind schneller pflanzenverfügbar) - Bewährte Technik, die meist am Betrieb vorhanden ist
Nachteile:
- Geringere Flächenleistung und hoher Energiebedarf
- Natürlicher Schichtaufbau des Bodens wird verändert
- Pflugsohlenverdichtungen können entstehen
- Höheres Bodenerosionsrisiko
Nicht wendende Bodenbearbeitung
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Arbeitsgeräte: Kultivatoren, Leicht- und Schwergrubber, Scheibeneggen
Vorteile:
- Hohe Flächenleistung und Einsparung von Ressourcen
(Kosten, Arbeitszeit und Kraftstoff) - Vorbeugung von Bodenerosion und weniger Verschlämmungen
- Förderung des Bodenlebens
- Verbesserte Bodenstruktur und Wasserspeicherkapazität
Nachteile:
- Höherer Aufwand zur Unkrautbekämpfung (mechanisch oder chemisch)
- Erhöhter Krankheitsdruck durch schlechte Strohrotte
(pilzliche Erreger, Fusarien) - Verzögerte Bodenerwärmung aufgrund der Bodenbedeckung
Fazit
Eine "richtige" und "falsche" Variante der Bodenbearbeitung gibt es nicht.
Unabhängig von der gewählten Bewirtschaftungsweise sind Arbeitstiefe, Gerätewahl und der Einsatzzeitpunkt die entscheidenden Stellschrauben in der erfolgreichen Bodenbearbeitung. Diese Faktoren müssen stets an Bodenart und Bodenzustand angepasst werden.
Die klassische Variante mit Pflug punktet mit besserer Unkrautregulierung und einem sauberen Saatbeet, benötigt aber mehr Ressourcen und greift stärker in die Bodenhorizonte ein.
Die pfluglose Variante fördert den Humusaufbau, das Bodenleben und spart Zeit und Kosten, verlangt aber ein durchdachtes Management und eine breite Fruchtfolge.
Entscheidend ist schlussendlich nicht, mit welchem Gerät gearbeitet wird, sondern dass die Bewirtschaftungsweise an Bodenart und Kultur angepasst wird. So kann eine solide Grundlage für langfristig fruchtbare Ackerböden gewährleistet werden.
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